Die menschliche Spinne
Mit diesem Eintrag führe ich die Kategorie “Kritiken” neu in diesem Blog ein. Ich werde sie nutzen um zukünftig meine Meinung über allerlei Zeugs, was ich sehe, lese höre bzw. sonst wie konsumiere, zu schreiben. Den Anfang mach heute der dritte Teil von Spiderman.
Eine Warnung noch vorweg wer den Film noch nicht kennt und nicht gespoilert werden will sollte ab hier nicht mehr Weiterlesen.
Ich habe gestern alle drei Spiderman Teile hintereinander gesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass der dritte zwar durchaus solide gemacht ist, jedoch nicht ganz mit seinen, zugegeben sehr guten, Vorgängern mithalten kann. Insbesondere die erste Hälfte des Films ist relativ schwach und verläuft sich in langatmigen Szenen ohne nennenswerte Action. Zwar ist die Beziehung, zwischen Peter Parker und Mary Jane Watson, ein wichtiges Element der Filme aber zu Beginn des dritten Teils hat dieser Aspekt der Geschichte etwas zuviel Platz eingenommen.
Teilweise wirkte die Geschichte auch ein wenig stark konstruiert. Der Charakterwandel von Peter zu Beginn des Films, bei dem er sich plötzlich als eine Art Superstar verhält und sich überwiegend mit seinem Leben als Spiderman identifiziert, ist dabei noch am glaubwürdigsten rüber gekommen. Das die Ermordungsgeschichte von Onkel Ben geändert wurde um Flint aka Sandman als Gegenspieler einzuführen wirkte jedoch ziemlich aufgesetzt. Dasselbe gilt für den Butler von Harry Osborn, der offenbar genauestens über Norman Osborns zweite Identität als Gründer Kobold bescheid wusste und dem klar war das Norman Osborn durch seinen eigenen Gleiter gestorben ist. Das er mit dieser Information genau dann rausrückt als Spiderman dringend auf Harrys Hilfe angewiesen ist und damit dessen Sinneswandel auslöst, wirkt zu offensichtlich nach einem: „Wenn Harry sich nicht sofort bereit erklärt zu helfen und erst im Laufe des Kampfes dazu stößt wirkt es dramatischer”. Das der Sinneswandel von Harry irgendwie erfolgen würde war indes vorhersehbar.
Überhaupt hat der Film Probleme damit, die in der ersten Hälfte des Films angefangenen Storyelemente und die entstandenen Konflikte zum Ende hin aufzulösen. Das Mary Jane Watson von Harry offenbar dazu gezwungen wird Peter zu verlassen, kommt im weiteren Verlauf überhaupt nicht mehr zur Sprache. Die Hintergrundgeschichte von Flint und das obligatorische “Ich verzeihe dir” von Peter sowie Peters Entscheidung den schwarzen Anzug loszuwerden und den anschließenden Vollzug der Entscheidung, kamen genau wie viele andere Dinge am Ende zu kurz. Vielleicht wäre es besser gewesen auf zumindest einen Bösewicht, bzw. im Fall von Harry einen Teilzeit Bösewicht und den damit verbundenen Storyelementen zu verzichten. Insbesondere Harrys Racheplan an Peter, der mit dem schon erwähnten erzwungenen Ende der Beziehung zwischen Mary Jane und Peter nur kurz dargestellt wurde, hätte auch genug Stoff für einen eigenen Film liefern können. Es wäre sicherlich interessant gewesen zu sehen wie Peter langsam von Harry psychisch fertig gemacht wird und die beiden sich dann am Ende eines Films, natürlich nach einem Showdown, doch vertragen.
Positiv zu erwähnen ist sicherlich der Kampf am Ende des Films. Harry als Grüner Kobold und Peter als Spiderman gemeinsam gegen den Sandman und Venom ist einfach nur genial. Auch wenn Spiderman vielleicht eher ein Einzelkämpfer ist, was er ja durch Harrys Tod in weiteren Filmen auch wieder sein kann, sind das Zusammenspiel Harry und Peter sowie die damit verbundenen Sprüche doch wunderbar anzuschauen. Auch der erste Kampf Harry gegen Peter war super. Schön ist es, wenn man die gesamte Reihe betrachtet, zu sehen wie Peters Umgang mit seinen Fähigkeiten nach und nach immer perfekter wird. Mittlerweile verschießt er Netz “Propfen” im Sekunden Takt was er im ersten Teil noch gar nicht und im zweiten nur vereinzelt getan hat.
Die Effekte und der Sound waren wieder sehr gut. Aufgefallen ist mir nur, dass sich der meines Wissens aus Star Wars stammende und dort u.a. für die Pod Racern verwendete Glucker (keine Ahnung wie man das nennen will) Sound, sich mittlerweile als Standard für alles Science Fiction mäßige das fliegt etabliert zu haben scheint. Zumindest klang Harrys Gleiter auch so ähnlich.
Alles in allem ist Spiderman 3 ein durchaus gelungener Film und man darf gespannt sein ob es noch einen vierten Film mit der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft gibt. Wenn ja werde ich mir den auf jeden Fall auch wieder angucken.
























